Über mich

Wie ich zum Treibholz kam…

Während eines Urlaubs in Südschweden, fand ich in einem kleinen Fischerhafen mein erstes Treibholzstück. Es war rechteckig und an ihm hafteten noch Farbreste von „Schwedenröd“, Falurörd. Das ist die typische kupferhaltige Anstrichfarbe, welche die Schweden oft für ihre Häuser verwenden. Vielleicht wurde es nur achtlos beim Renovieren weggeworfen. Dieses Fundstück war auf jeden Fall ideal dafür geschaffen, um weitere Urlaubsfunde darauf zu plazieren. Mein erstes Treibholzobjekt war geboren. Es wurde nach und nach zu einem Gesamtwerk meines Schwedenurlaubs. Später habe ich dieses Erinnerungstück auf der rechten Seite am Eingang meiner Werkstatt angebracht.

Treibholz sammeln

Mit dem Glück in Konstanz am Bodensee geboren zu sein und hier auch eine künstlerische Ausbildung (Studium in Grafikdesign) genossen zu haben, kann ich meine derzeitige Leidenschaft zur Treibholzkunst richtig ausleben. Ich liebe die Natur, das Licht, die Farben, das Geräusch von Wellen und vor allem das Treibholz sammeln. An der bayrischen Bodenseeuferseite ist dies während der Schneeschmelze und nach starken Stürmen mit Regenfällen gut möglich. Bei Wasserburg und Langenargen komme ich vom Ufer aus relativ einfach an die Funde heran. Manchmal stehe ich dazu knietief im Wasser und fische nach „meinem idealen Treibholz“. Der richtige Zeitpunkt, um Treibholz zu suchen, sind meiner Erfahrung nach, die Monate Mai und Juni.

Gestaltung

Die Gestaltung der Treibholzobjekte bereitet mir am meisten Freude. Dazu verwende ich auch andere Fundstücke, wie verrostete Eisenteile, Bürsten, alte Nägel, etwas Farbe und füge alle Teile zusammen. Manchmal wird auch ein Puppenauge, mein Markenzeichen, mit eingebaut und das Unikat erwacht mit einem „neuen Gesicht“. Bei der Umsetzung vergesse ich die Zeit, es beruhigt mich ungemein und weckt in mir Emotionen. Das Werkeln mit Fundhölzern bedeutet für mich einen kleinen Beitrag zum Thema Altholzverwertung „Upcycling“. Freunde brachten mir vor kurzem von ihrer etwa 100 Jahren alten Hütte im Schwarzwald Bretter vorbei. Das war für mich ein tolles Geschenk. Die Hölzer waren vom Wetter gezeichnet und hatten eine wunderschöne silbrige Patina.

Treibholz, geschliffen von Wasser und Wind,

verändert im Strom der Zeit.

Silvia Grupe